Ladungs- und Transportsicherung

Sicherer Transport durch optimale Zurrmittel, allgemeine Hinweise zur Fahrzeugbeladung

Grundregeln

Je nach Ladegut ist ein geeignetes Fahrzeug mit entsprechenden Aufbauten einzusetzen. Die Fahrgeschwindigkeit ist entsprechend den Straßen- und Verkehrsverhältnissen auf das Ladegut sowie die Fahreigenschaften des Fahrzeuges einzurichten. Die Ladung muss so verstaut werden, dass deren Schwerpunkt möglichst über der Längsmittellinie des Fahrzeugs liegt. Der Schwerpunkt muss so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Beladung des Fahrzeugs muss im
Rahmen des zulässigen Gesamtgewichts und der zulässigen Achslast erfolgen.
Auch bei Teilbeladung ist für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung zu sorgen, damit jede Achse etwa anteilig belastet wird. Punktförmige Belastung des Fahrzeugbodens ist zu vermeiden.

Vermeidung einer Ladungsbeschädigung

Die Ladung muss so verstaut sein, dass sie unter normalen Fahrverhältnissen weder ganz noch teilweise ein Verrutschen, Umfallen, Herabfallen oder Umschlagen des Fahrzeugs verursachen kann.
Zu den normalen Gegebenheiten des Straßenverkehrs gehören

  • die Einhaltung der aufgeführten Grundregeln vorausgesetzt
  • auch Vollbremsungen oder Unebenheiten der Fahrbahn.

Deshalb muss eine Ladung auch befestigt und gesichert werden!

Hilfsmittel

Ist eine ausreichende Ladungssicherung durch den Fahrzeugaufbau nicht gewährleistet, so sind geeignete Hilfsmittel zu benutzen. Zurrgurte sind nach kurzer Fahrstrecke zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuspannen.

Welche Kräfte wirken während der Fahrt auf die Ladung ein?

Anfahren/Beschleunigen/Bergfahrt mit Bremsung
5 m/sec² = 0,5 g, d. h. die Ladung muss mit einer Kraft entsprechend der Hälfte des Ladegewichts gesichert werden.
Bremsen bei Vorwärtsfahren
10 m/sec² = 1,0 g, d. h. die Ladung muss mit einer Kraft entsprechend dem Ladegewicht gesichert werden.
Kurvenfahrt
5 m/sec2 = 0,5 g, d. h. die Ladung muss mit einer Kraft entsprechend der Hälfte des Ladegewichts gesichert werden. Enge Kurvenradien und hohe Geschwindigkeit erhöhen die Fliehkräfte.

Gleitreibwerte

Zurrmittel müssen diese Kräfte aufnehmen und in den Fahrzeugaufbau (z. B. Pritsche / Aufleger o. ä.) einleiten. (Reibung und Neigungswinkel der Zurrmittel sind hierbei nicht berücksichtigt).
Unsere Ladungssicherungsmittel entsprechen DIN EN 12195-2.
Soll nach DIN EN 12195-2 eine sinnvolle Ladungssicherung von Straßenfahrzeugen durchgeführt werden, genügen nicht nur
entsprechende hochfeste und geprüfte Zurrmittel!
Zur Aufnahme und Ableitung der Kräfte müssen:
a) am Ladegut hochfeste und geprüfte Anschlagpunkte und
b) am Fahrzeug hochfeste und geprüfte Zurrpunkte angebracht werden.

Für alle Transport- und Ladungssicherungsprobleme die richtigen Zurrmittel. Lassen Sie sich von unseren Fachleuten individuell beraten. 

Anschlagpunkt am Ladegut.

           

Zurrpunkte am Transportfahrzeug

            

Produkte zur Ladungssicherheit

Zurrketten

Zurrketten nach VDI 2700 Blatt 1-9ff und DIN EN 12195-3 eignen sich hervorragend zum Diagonalzurren von schweren Ladungen und sind neben Zurrgurten eine weitere Möglichkeit, den sicheren Transport zu gewährleisten. Hierfür werden kurzgliedrige Ketten verwendet (Teilung = 3 x Ketten-Ø). Nur diese gewährleisten eine hervorragende Kettenabstützung bei Kantenbeanspruchung.
Langgliedrige Ketten würden sich hier verformen. Zurrketten im Baukastensystem sind in der Güteklasse 8 gemäß DIN EN 12195-3 / 5688 gefertigt (Mindestbruchspannung 800 N/mm2). Sie weisen 20 % Mindestbruchdehnung auf, gewährleisten eine lange Haltbarkeit und sind trotz Leichtbauweise für höchste Leistungen konzipiert. Zurrketten eignen sich speziell für
sehr schwere Lasten, besonders auf Tiefladern und für die Verzurrarten Diagonal- und Schrägzurren.
Werden die Zurrketten beim Niederzurren über die Ladung gelegt, müssen auf jeden Fall Kantenschutzelemente verwendet werden, damit die Last durch die Ketten nicht beschädigt wird und die Kettenglieder über die Kanten gleiten können. Wenn die
Kante so beschaffen ist, dass die Kette nicht darüber gleiten kann, sollte eine direkte Verzurrung bevorzugt werden.
Mit Spindel- und Ratschlastenspannern sind hochfeste Ketten der Güteklasse 8 oder Grad 10 hervorragend zu bedienen.

Zurrgurte

Flexible Zurrgurte aus Polyestergewebe nach DIN EN 12195-2 sind wegen ihrer einfachen Handhabung sehr beliebt. Zurrgurte aus Polyester machen Transport und Materialfluss kostengünstig und empfehlen sich für die Ladungssicherung, weil sie hohen Zugkräften standhalten, leicht und oberflächenschonend sind und eine lange Haltbarkeit besitzen.
Mit Zurrgurten können Ladungen umreift, in sich zusammengehalten und wirksame Verbindungen zwischen Transportgut und LKW geschaffen werden. Sie sind verrottungsbeständig, rosten nicht, nehmen kaum Feuchtigkeit auf und sind äußerst stabil sowie gegen Abrieb durch Spezialimprägnierung geschützt. Wegen des relativ geringen Gewichtes sind sie handlich und schnell anzubringen.

Zurrgurte werden auch beim innerbetrieblichen Transport verwendet.
Für den Umgang mit Zurrgurten (wie auch für Ketten und Drahtseile) sind folgende Sicherheits-Vorschriften zu beachten:

  • BGR 500, Punkt 2.8 (früher VBG 9a „Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb“,
  • VDI 2700 Blatt 1-9ff „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“und DIN EN 12195 „Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen – Sicherheit“
    • Teil 1 Berechnungen der Zurrkräfte
      Teil 2 Zurrgurte aus Chemiefasern,
      Teil 3 Zurrketten
      Teil 4 Zurrdrahtseile

zu den Zurrgurten >>


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